CDA-Bundesvorsitzender Arentz kritisiert rot-grüne Politik in Bund und Land
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 22. Januar 2003
how Nordhorn. Der Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (Sozialausschüsse der CDU), Hermann-Josef Arentz aus Köln, hat die Politik der niedersächsischen Landesregierung, vor allem aber der Bundesregierung in Berlin heftig kritisiert. Während einer Podiumsdiskussion der Grafschafter CDU zur Arbeitsmarktpolitik sagte der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete: "Was die Bundesregierung entwickelt, ist ein Programm gegen Arbeit in Deutschland", wetterte der Unionspolitiker.
Die Probleme auf dem Arbeitsmarkt sind nach Ansicht von Arentz nicht nur an Zahlen festzumachen, sondern sie spiegeln sich auch in der Qualität wieder. "Wir verzeichnen eine massive Zunahme von arbeitslosen Akademikern. Die Arbeitslosigkeit ist nicht mehr nur ein Problem in der Industrie, sie frisst sich in mittelständische Strukturen."
Seine Forderung an die Parteifreunde in Niedersachsen: "Wir müssen als Union deutlich machen, dass wir die richtigen Antworten auf die drängenden Probleme haben." Er forderte unter anderem eine Steuerpolitik, die Kapital- und Aktiengesellschaften nicht übervorteilt, sowie eine Senkung der Lohnnebenkosten. Ein von ihm favorisiertes Mittel: eine intelligente Tarifpolitik. "Wenn man sich auf nur geringe Lohnsteigerungen einigen könnte, im Gegenzug aber die steuerliche Belastung sinkt, dann haben die Arbeitnehmer netto mehr in der Tasche", meinte Arentz.
Unmittelbar mit arbeitmarktpolitischen Fragen hängt nach Ansicht des Kölners auch die Bildungspolitik zusammen. Er wünscht sich eine "Pflicht zum lebenslangen Lernen, um arbeitsfähig zu bleiben. Denn: Lieber eine Weiterbildung mit 55 Jahren als eine Rente mit 55." Hermann-Josef Arentz sprach vor den rund 20 Zuhörern in der Gaststätte Deters von einem "menschenverachtenden Umgang mit Älteren auf dem Arbeitsmarkt" und forderte eine Umkehr der Sichtweise. Immerhin könnte nach seinen Berechnungen der Rentenbeitrag um einen Prozentpunkt gesenkt werden, wenn die Lebensarbeitszeit um ein Jahr verlängert würde. "Es geht darum, später aufzuhören, aber auch, früher in den Beruf einzusteigen."