Friedbert Pflüger auf Einladung von Reinhold Hilbers in Lohne
Artikel der Grafschafter Nachrichten vom 23. Januar 2003
Die Pflege der Grünflächen in der Gemeinde Wietmarschen wird künftig von Mitarbeitern eines Projektes des Vereins Kolping Berufsbezogene Bildungsarbeit Diözese Osnabrück erledigt. Das kündigte Bürgermeister Alfons Eling am Rande eines Besuchs des bekannten CDU-Bundespolitikers Friedbert Pflüger in Lohne an.
mm Lohne. Der Verein Kolping Berufsbezogene Bildungsarbeit engagiert sich seit 15 Jahren in Lohne mit Projekten zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt und zur Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen. So werden Textilien gefertigt, Schlossereiarbeiten gemacht und alte Fenster recycelt. Mitarbeiter der Projekte arbeiten auch die so genannten Weißgeräte auf. Das heißt: Ausrangierte Kochherde, Waschmaschinen und Kühlschränke werden wieder auf Vordermann gebracht und über die Sozialämter an Sozialhilfeempfänger ausgegeben.
Schwierig gestaltet sich die Projektarbeit durch den häufig wechselnden Teilnehmerkreis und durch Probleme, die die Arbeitslosen zusätzlich belasten. So müssen sich die Mitarbeiter des Kolpingprojektes in Einzelfällen gemeinsam mit sozialen Kooperationspartnern um die Bekämpfung von Suchtkrankheiten und um die Sanierung von überschuldeten Haushalten kümmern. Zu den Aufgaben der Kolping-Mitarbeiter gehört dann auch die Unterstützung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Hans-Hermann Hunfeld, der die Projekte für den Kolping koordiniert, betont die gute Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Nordhorn. Der Träger des Projektes erzielt mit der Arbeit der Teilnehmer inzwischen auch Erlöse, doch ohne Zuschüsse müsste der Kolping in Lohne die Türen schließen.
Bürgermeister Alfons Eling freut sich nach eigenem Bekunden darüber, dass das Kolping-Projekt seit 15 Jahren erfolgreich in der Gemeinde angesiedelt ist. Die Gemeinde kann nach Darstellung des Bürgermeisters keine direkten Zuschüsse geben. Doch mit der Auftragsvergabe zur Pflege der Grünflächen, die erst nach einer Ausschreibung erfolgt sei, unterstütze man das Projekt auf eine andere Art und Weise. Hans-Hermann Hunfeld freut sich nach eigener Darstellung mehr über einen Auftrag, mit dem das Projekt Erlöse erzielen kann, als über einen Zuschuss.
Der Lohner CDU-Vorsitzende und Landtagskandidat seiner Partei, Reinhold Hilbers, hatte den stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden und bekannten Bundespolitiker Friedbert Pflüger zum Kennenlernen des Kolping-Werkstattprojektes nach Lohne eingeladen. Ziel war es, so Hilbers, dem Bundespolitiker deutlich zu machen, dass bei aller Notwendigkeit von Reformen des Arbeitsmarktes nicht vergessen werden dürfe, dass es Gruppen von Arbeitslosen gebe, die eine besondere Förderung benötigten. Hans-Hermann Hunfeld befürchtet, dass in der aktuellen Diskussion der so genannte zweite Arbeitsmarkt "nicht so sehr gemocht wird".
Friedbert Pflüger zeigte sich nach der Vorstellung des Werkstatt-Projekte sehr beeindruckt. "Diese Arbeit halte ich für ganz wichtig", sagte der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende.