Niedersachsens Schulen werden für die Zukunft fit gemacht.

Wie der Grafschafter CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers mitteilt,  werden die Niedersächsischen Hauptschulen, Realschulen, Haupt- und Realschulen und Integrierten Gesamtschulen zukunftsfähig gemacht und pädagogisch weiterentwickelt. Dazu hat das Niedersächsische Kultusministerium vier neue Erlasse auf den Weg gebracht, die Niedersachsen zu dem Bundesland mit dem „vielfältigsten und differenziertesten schulischen Angebot aller Bundesländer“ machen, erklärt Hilbers.

Durch die Erlasse wird die Hauptschule als eigenständige Schulform weitergeführt, die mindestens durchgängig einzügig geführt wird. „Die berufliche Orientierung, der besondere inhaltliche Schwerpunkt der Hauptschule, wird noch einmal gestärkt. Waren bislang mindestens 60 Tage in der Klasse 8 und 9, für die berufliche Orientierung vorgesehen, werden es jetzt 80 Tage sein.“, erklärt Hilbers zu dem Inhalt der entsprechenden Erlasse.

Die Ausgestaltung der beruflichen Orientierung, werde von den Schülerinnen und Schülern dokumentiert, beispielsweise in einem Berufswahlpass. Hierdurch erhielten potentielle Ausbildungsbetriebe zusätzliche Informationen, die sie für den Abschluss von Ausbildungsverträgen benötigen. Die Lehrkräfte der Hauptschulen erstellen dann für jede Schülerin und jeden Schüler eine individuelle Berufswegeplanung.

Zusätzlich könnten die Schülerinnen und Schüler Zertifikate erhalten, in denen ihre besonderen Kenntnisse und Fertigkeiten dokumentiert werden, die sie durch Teilnahme an berufsorientierenden und berufsbildenden Maßnahmen erworben haben.

Jede Hauptschule könne nun ohne Antrag das Neustädter Modell oder andere Modelle einführen. Dafür sei nur die Abstimmung mit dem Schulträger erforderlich.

Für die Einführung des Neustädter Modells, das nach zwei Jahren die Kenntnisse des ersten Ausbildungsjahres in dem angebotenen Beruf vermittelt, erhielten die Schulen pro teilnehmender Klasse zusätzlich 5 Unterrichtsstunden. Außerdem würden Unterrichtsstunden für die Teilung der Klassen im Fachpraxisunterricht zur Verfügung gestellt.

Die Realschule, die mindestens zweizügig geführt werden soll, vermittle dann eine erweiterte Allgemeinbildung, so dass ein Übergang in die Berufsausbildung, in die beruflichen Bildungsgänge sowie in die gymnasiale Ausbildung weiterhin auf hohem Niveau möglich sei.

Dazu würden in den Klassen 9 und 10 die zusätzlichen Schwerpunkte Fremdsprachen, Wirtschaft, Technik, Gesundheit und Soziales aufgenommen. Die Vorbereitung auf diese neuen Schwerpunkte erfolge bereits in der 8. Klasse.

Auch die Realschulen könnten an ihren Schulen das Neustädter Modell oder andere Modelle einführen. Hierfür bedürfe es aber der Zustimmung der Landesschulbehörde.

Die zusammengefassten Haupt- und Realschulen erhalten die Möglichkeit der erweiterten Zusammenarbeit von Hauptschülern und Realschülern.

Haupt- und Realschüler können nach Entscheidung der Schule in allen Fächern gemeinsam unterrichtet werden, ausgenommen sind die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. In diesen drei Fächern wird schulformbezogen unterrichtet. Der gemeinsame Unterricht in allen anderen Fächern wird bis einschließlich der Klasse 8 durchgeführt.

In den Klassen 9 und 10 sollen die Schülerinnen und Schüler wieder profiliert nach Haupt- und Realschulzweigen unterrichtet werden. So können die Schüler optimal auf ihre Berufsausbildung und/oder auf eine weiterführende Schulausbildung vorbereitet werden.

In den kleineren Haupt- und Realschulen kann zur Vermeidung von jahrgangsübergreifendem Unterricht (Kombiklassen) nach Entscheidung der Schule auf Antrag und durch Genehmigung der Landesschulbehörde in allen Fächern – also auch in Deutsch, Mathematik und Englisch – ein gemeinsamer Unterricht von Hauptschülern und Realschülern für die gesamte Schulzeit der Klassen 5 bis 10 stattfinden. Dabei fördern die Schulen ihre Schüler durch andere Differenzierungsmaßnahmen.

Dieses neue Angebot der erweiterten Zusammenarbeit in den zusammengefassten Haupt- und Realschulen bietet neue pädagogische Chancen und erhält Schulstandorte.

In allen drei Erlassen ist auch die umfangreiche und verbesserte Zusammenarbeit mit den berufsbildenden Schulen vorgesehen. Mit dieser Zusammenarbeit wird die Durchlässigkeit erhöht. So erleichtern wir den jungen Menschen den Weg in eine qualifizierte Berufsausbildung oder eröffnen ihnen über das Fachgymnasium den Weg zur Hochschulreife nach 13 Jahren.

„Durch die neuen Erlasse wird auch die Schullandschaft in der Grafschaft nachhaltig gesichert.“, ist sich Reinhold Hilbers, MdL sicher: „Durch die Flexibilisierung werden gerade bei uns vor Ort bessere Möglichkeiten geschaffen, neue Kooperationen einzugehen und die Durchlässigkeit zu erhöhen.“



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