Fraßschäden durch überwinternde Wildgänse

„In Niedersachsen überwintern inzwischen weit mehr als eine halbe Million Wildgänse. Vor allem an der Küste, aber zunehmend auch im Binnenland verursachen sie erhebliche Schäden auf Acker- und Grünland. Das Gänsemanagement muss dringend an die stark gestiegene Zahl der Wildgänse angepasst werden“, fordert der Grafschafter CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers.

Auch in der Grafschaft Bentheim und im angrenzenden Emsland sei die Belastung für die Landwirtschaft inzwischen deutlich spürbar. „Viele Landwirte berichten von massiven Fraßschäden, insbesondere auf Grünlandflächen. Diese Entwicklung darf nicht weiter unterschätzt werden â€" wir brauchen hier endlich wirksame und praxistaugliche Lösungen“, so Hilbers.

Zum Schutz der Wildgänse sind in Niedersachsen rund 125.000 Hektar Fläche als EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen worden. „Die Gänse rasten und fressen mittlerweile aber in großer Zahl auch außerhalb dieser Schutzgebiete. Die Ausgleichszahlungen und das Rastspitzenmodell für besonders stark betroffene Flächen müssen dringend auf Bereiche außerhalb der Schutzgebiete ausgeweitet werden. Die dafür erforderlichen Finanzmittel muss das Land verlässlich bereitstellen. Andernfalls droht die Akzeptanz des Vogelschutzes in Niedersachsen zu sinken“, betont Hilbers.

Den landwirtschaftlichen Betrieben müsse es einfacher gemacht werden, die Folgen der Gänserast auf ihren Flächen zu bewältigen. „Genehmigungen für den Umbruch von Grünlandflächen, die durch Gänsefraß massiv geschädigt wurden, müssen sehr viel schneller als bisher erteilt werden. Die Zahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe müssen umgehend erfolgen und dürfen nicht â€" wie derzeit teilweise üblich â€" erst nach Jahren ausgezahlt werden“, fordert Hilbers. Darüber hinaus müsse die Attraktivität von Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, für Gänse erhöht werden. „Flächen, auf denen es nicht zu Konflikten mit der Landwirtschaft kommt, liegen vor allem im Deichvorland und in weniger intensiv genutzten Gebieten“, erläutert der CDU-Politiker.

Der Schutz landwirtschaftlicher Flächen vor Gänsefraß müsse verbessert werden. Hilbers verweist auf Lösungsansätze, die sich im Ausland bewährt haben: „Kanada praktiziert das Vergällen von Getreidefeldern, die Niederlande setzen neue, ausschließlich auf Gänse wirkende Vergrämungsapparate ein. Die Tauglichkeit dieser Ansätze muss dringend für Niedersachsen geprüft werden.“ Auch eine Anpassung des Jagdrechts gehört für Hilbers zum notwendigen Werkzeugkasten: „Die Zahl der überwinternden Gänse und ihr Zugverhalten haben sich massiv verändert. Die jagdrechtlichen Bestimmungen müssen daher überprüft und entsprechend aktualisiert werden.“