Unterrichtsversorgung in der Grafschaft bleibt an vielen Schulen unzureichend

„Aktuelle Zahlen zeigen klar: Trotz zusätzlicher Mittel und vieler neuer Lehrerstellen verbessert sich die Unterrichtsversorgung in der Grafschaft Bentheim kaum. Gerade an einzelnen Schulen ist die Unterrichtsversorgung weiterhin deutlich zu niedrig. Damit können wir uns nicht zufriedengeben“, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers mit Blick auf die Antwort der Landesregierung auf seine Kleine Anfrage zur Unterrichtsversorgung im Landkreis Grafschaft Bentheim.

Nach den Angaben des Kultusministeriums gibt es im Landkreis weiterhin Schulen mit einer deutlich zu geringen Unterrichtsversorgung. So liegt sie etwa an der Grundschule Quendorf bei 83,9 Prozent, an der Grundschule Osterwald bei 87,3 Prozent, an der Grundschule Uelsen bei 90,0 Prozent, an der Astrid-Lindgren-Förderschule in Nordhorn bei 90,5 Prozent, am Gymnasium Emlichheim bei 90,0 Prozent und an der Oberschule Freiherr-vom-Stein in Nordhorn bei 91,7 Prozent. Auch bei den berufsbildenden Schulen in Nordhorn sieht Hilbers Handlungsbedarf. Besonders im Bereich Gesundheit und Soziales liegt die Gesamtversorgung nach Angaben der Landesregierung nur bei 89,2 Prozent; in der Berufsschule dieses Bereichs sogar bei 78,3 Prozent.

Hilbers kritisiert, dass die Landesregierung zwar auf steigende Ausgaben und zusätzliche Lehrerstellen verweise, sich die Lage vor Ort aber noch nicht in dem Maße verbessere, wie es notwendig wäre: „Es reicht nicht, in Hannover mehr Geld in den Haushalt einzustellen. Entscheidend ist, dass die personelle Verstärkung auch tatsächlich an den Schulen in unserer Region ankommt. Genau daran fehlt es vielerorts weiterhin.“

Besonders problematisch sei, dass die Landesregierung selbst einräume, mit ihren Zahlen nur eine stichtagsbezogene rechnerische Versorgung abzubilden. Die tatsächlichen Belastungen im Schulalltag, etwa durch kurzfristige Ausfälle, würden dadurch häufig nicht vollständig sichtbar. „Für Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zählt nicht die Statistik auf dem Papier, sondern die konkrete Situation im Unterricht. Wenn an einzelnen Schulen die Versorgung weiterhin deutlich unter 95 Prozent liegt, zeigt das: Es hat sich noch nicht genug verbessert“, so Hilbers weiter.

Hilbers kündigt an, das Thema weiter aufmerksam zu begleiten: „Ich will mich weiter darum kümmern, dass die Unterrichtsversorgung in der Grafschaft Bentheim verbessert wird. Unsere Schulen brauchen eine verlässliche personelle Ausstattung, damit Unterricht nicht dauerhaft auf Kante genäht stattfindet.“