„Fachkräftemangel und Energiepreise angehen“

„Wir haben nach wie vor starke Unternehmen in unserer Region. Aber die Stimmung in den Betrieben ist angespannt. Lange war die Liste der Anliegen, die die Unternehmerinnen und Unternehmer der Politik vortragen, nicht mehr so lang und so dringlich wie jetzt“, sagt der Grafschafter CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers anlässlich seiner jüngsten Besuche bei lokalen Wirtschaftsbetrieben. „Die Bundesregierung lässt unsere Wirtschaft im Stich“, ärgert er sich und führt aus: „Der Fachkräftemangel, hohe Bürokratiekosten und Auflagen sowie die Energieversorgung sind die Herausforderungen für unseren Mittelstand.“ Er sieht die Notwendigkeit für einen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik.

Bei dem Kunststoffverarbeiter Sunextrusion wurde Hilbers von den beiden Gesellschaftern Ulf Sander und Gebhard Scheibner empfangen. Während des Gesprächs wurde insbesondere auf den Fachkräftemangel und die hohen Energiekosten als Herausforderungen für die Unternehmen im Industriegebiet in Bad Bentheim hingewiesen. Der Fachkräftemangel habe verschiedene Gründe. Hingewiesen wurde beispielsweise auch auf den schwierigen Wohnungsmarkt und die begrenzte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖVPN). Ohne ÖPNV-Anbindung sei es für Schichtarbeiter ohne eigenes Auto schwierig, im Industriegebiet zu arbeiten. Zudem sei Unternehmen auf wettbewerbsfähige Energiepreise angewiesen. Dabei unternähme man selbst so viel wie möglich, um nachhaltig und sparsam mit Energie umzugehen. „Mit der Abwärme der Produktionsmaschinen werden beispielsweise die Büroräume beheizt.“, erläuterten die Unternehmer.

Bei der Damai/Arli Group sprachen der Leiter des Betriebs und der Logistik, Herbert Leferink, und der Logistikkoordinator Manfred Pophal ähnliche Themen an. Auch sie betonten den Fachkräftemangel, der durch die begrenzte ÖPNV-Anbindung verschärft werde.

Rainer Middelberg, der CDU-Ortsvorsitzende, äußerte sich zu den Herausforderungen, mit denen die Unternehmen im Gewerbepark Bad Bentheim-Gildehaus konfrontiert sind. Er betonte die Notwendigkeit, die Erreichbarkeit der Unternehmen für die Mitarbeiter zu verbessern und schlug die Schaffung eines Fahrradschnellwegs zwischen Bad Bentheim und Gildehaus vor. Zudem hob er die Bedeutung einer langfristig verlässlichen und kostengünstigen Stromversorgung für energieintensive Betriebe hervor und regte Kooperationsmodelle mit geplanten Windparks in der Nähe an, um von erneuerbarer Energie zu profitieren.

Hilbers lobte den Einsatz der Unternehmer vor Ort für schnelle und lokale Lösungen " insbesondere bei Problemen, die eigentlich in den Verantwortungsbereich der Bundes- und Landespolitik gehörten. Zugleich nutzte er die Chance aber auch für einen Appell in Richtung Hannover und Berlin: „Der wirtschaftliche Erfolg der vielen kleinen und mittleren Unternehmen ist das Rückgrat unseres Wohlstands. Die Politik ist auf allen Ebenen gefordert, die Wirtschaft von hohen Energiekosten, unnötiger Bürokratie und dem Mangel an Fachkräften zu entlasten.“ Bei der Umstellung unserer Energieversorgung auf CO2-Freiheit dürfe die Wettbewerbsfähigkeit nicht auf der Strecke bleiben. In dieser Zeit der besonderen Herausforderung bräuchte es endlichen ein Stopp für immer neue Auflagen und Regulierungen. Stattdessen müsse dringend die Eigenverantwortung gestärkt und die Vorgaben reduziert werden.